22.2.2026 | 19 Uhr 

(Credits: U.Lugert)

Zu Gast ist wie versprochen wieder die Pianistin Barbara Anton. Gemeinsam sprengen wir die Grenzen der Romantik und entdecken neue Wege in bekanntem Terrain.

(Credits: B.Anton)

Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt sich eine Krise in der Klassik anzubahnen. Die Harmonik wurde fast wie eine Droge an ihre Wirkungsgrenzen ausgereizt. Nicht die Form, sondern die Wirkung zählt. Viele Komponisten verlieren sich in opulenter Orchestrierung. Üppige Klangwellen verursachen einen Rausch der Gefühle. Richard Strauss und César Franck sind beide Vertreter des großen Stils. Ihre Violinsonaten sind von sinfonischem Ausmaß.

Strauss beginnt bereits mit 17 Jahren seine Sonate in Es-Dur zu skizzieren. Über Jahre steigert sich dieses Werk zu einer Reifeprüfung und lässt viele seiner späteren Werke anklingen. Die Verschmelzung von Violine und Klavier ist absolut. Trotz der Dichte atmet die Sonate noch den Duft der Jugend. Natürlich sehen wir Richard Strauss auch in seiner problematischen Rolle als Leiter der Reichskulturkammer bis 1945. Genauso wenig vergessen wir, dass er die Eltern seiner jüdischen Schwiegertochter aus Theresienstadt persönlich befreien wollte.

César Franck Sonate ist ein Spätwerk und hat fast religiöse Züge. Es sind die zarten, impressionistischen Stellen, die den wichtigen Gegenpart zu den gigantischen Klangsäulen bilden, die Franck schafft. Im Finale spielen Klavier und Violine in einem Kanon von Zartheit bis hin zur königlichen Erhabenheit. Franck war bis zu seinem Tod als Kirchenmusiker angestellt. Diese Sonate wird zur Kathedrale seines Glaubens.

Richard Strauss (1864-1949)

Sonate für Violine und Klavier Es-Dur op.18

Allegro, ma non troppo

Improvisation. Andante cantabile

Finale. Andante – Allegro

César Franck (1822-1890)

Sonate für Violine und Klavier (1886)

Allegretto ben moderato

Allegro

Recitativo – Fantasia

Allegretto popo mosso

Barbara Anton: Klavier

Puschan Mousavi Malvani: Violine und Moderation

Eintritt: 30 / 15 Euro (ermäßigt)
Karten an der Abendkasse ab 18.30 Uhr
Kunstverein Familie Montez, Unter der Honsellbrücke 7, 60314 Frankfurt