17.9.26 -18.10.26 | Vernissage 17. September 2024, 18 Uhr
Zweite Gemeinschaftsausstellung der Malgruppe Montez im 10. Jahr des Bestehens
Die Maler:Innen des Kunstvereins Familie Montez in der Honsellbrücke, Honsellstraße 7, stellen im zehnten Jahr des Bestehens Bilder der Mitglieder der Malgruppe Montez aus: Vernissage am 17. September 2024, 18 Uhr; bis 18.Oktober.
In den imposanten Rundbögen, die von der Honsellbrücke gebildet werden, treffen sich zehn Künstler:Innen der Malgruppe Montez seit zehn Jahren. Hier finden sie Raum, ihre künstlerische Begeisterung im Malen mit Akryl-, Öl- oder Aquarellfarben auszudrücken.
„Die Bilder sprechen für sich“, weist Ruth, eine der Künstlerinnen, enge Festlegungen von sich. Die Teilnehmer:innen haben teils autodidaktisch, teils in Kursen und Schulen ihre Ausdrucksmöglichkeit mit Farbe und Pinsel entwickelt.
Die ersten drei Maler:Innen trafen sich im Kurs in der früheren Städelschule für freies Malen: Rüdiger, Ruth und Petra. Als die Städelschule endete, ergriff Rüdiger die Initiative und klärte mit Direktor Mirek Macke vom Kunstverein Familie Montez ab, dass die Künstler:innen regelmäßig in den großzügigen Räumen gemeinsam malen können. Die Malgruppe Montez war geboren.
Ruth Krämer empfindet „Leichtigkeit, Großzügigkeit und angenehme Atmosphäre“ in den gewölbten Ausstellungs- und Begegnungsräumen der Familie Montez. Ihr persönlicher Zugang zum Malen geht aufs Jahr 1992 zurück, als eine sehr gute Freundin und Künstlerin Marianne Auer Tappeiner sie fragt, ob Ruth Interesse habe, bei ihr im Atelier zu malen. Bei Nino Pezzela hat Ruth mehrere Kurse in der Sommerakademie der Städelschule Frankfurt und im Werkstatthaus Offenbach besucht. „Ich habe Freude an Farben, an räumlichen Farbbeziehungen sowie Farbverfremdungen in ihrer unterschiedlichen atmosphärischen Wirkung“, so die Künstlerin. Daher wundert es nicht, dass sie sowohl nach Vorlage, oft auch intuitiv, geleitet von den Farbenbeziehungen malt.
Rüdiger Wehrheim hat nach eigenem Bekunden mit dem Malen begonnen „als Ausgleich zu Arbeit und Alltag; zugleich als Möglichkeit des Ausdrucks für das Leben“. Er liebt es, mit Farben und Formen zu experimentieren. So hat er für sich den Pointillismus Macro entwickelt. Es beflügelt ihn, dass er nicht malen „muss“, es macht einfach Spaß. „Die Malerei und ich haben immer wieder getroffen.“ Und bei Montez zu malen ermöglicht zugleich den Austausch mit Künstler-Kolleg:innen, wie auch den Besuchern der laufenden Ausstellungen bei Montez.
Roswitha Brähler findet es immer wieder „spannend ein neues Bild anzufangen“. Die Begeisterung zum Malen hat eine engagierte Lehrerin in der Schule geweckt, erinnert sich Roswitha gerne, „Die positive Spannung, was rauskommt, wenn ich anfange, motiviert mich.“ Bei Montez liebt sie „die anregende Atmosphäre “.
Brigitte Stolz arbeitet in Aquarell, Gouache und auch Kreide. Ihr verstorbener Partner war kunstbegeistert, wie sie berichtet. Er regte Brigitte an, zum Pinsel zu greifen: „das Ergebnis, das erste Aquarell hat mich motiviert, tiefer einzusteigen“. Sie liebt es farbenfroh in zarten Nuancen. „Vor vier Jahren hab ich noch gar nicht gewußt, dass ich malen kann“, wundert sie sich schließlich mit einem Lächeln.
Agnes Sabel erlebte einen andern Impuls: „Ich durfte in der Schule im Musikunterricht nicht mitsingen“, da nutzte sie die Zeit mit spontanen Zeichnungen. Diese Übung übernahm sie auch im Wartezimmer des Arztes. So wundert es nicht, dass diese Gewohnheit später Reise- und Skizzenbücher füllte, die oft Grundlage für ihre Malerei wird. Wie die ersten Künstler:innen der Montez Malgruppe besuchte auch Agnes die Städel Abendschule, Städel Sommerakademie. Zudem sammelte sie Erfahrungen mit verschiedenen Techniken in der Alanus-Schule in Bonn.
Ekkehard Coburger „hat schon immer gemalt“, antwortet er spontan auf die Frage seinen künstlerischen Anfängen. Ihm ist es wichtig, „die Idee von innen wachsen zu lassen“. „Neben dem Schönen suche ich das Geheimnisvolle und Surreale-mit einem Drang zu etwas Magischen.“ Einen Stil hasst er. Im Nebbinschen Gartenhaus traf er Marianne Auer Tappeiner, seine wundersame Lehrerin, welche Ihn nach ihrem Motto „Eine Gabe ist eine Aufgabe“ geduldig anleitete, seine Gabe zu vervollkommnen. Seit 2022 ist er in der Malgruppe Montez.
Georg Linde konnte seine Lust am Malen so richtig nach dem Ende des Berufslebens und der Überwindung einer Erkrankung ausprobieren. „Bei der VHS habe ich in Franz Konter einen kreativen Lehrer in Aquarellmalerei gefunden“.
Zeli Çiçek zeichnete schon als Kind leidenschaftlich gern und zeigte eine ausgeprägte Kreativität. „Ich brachte mir viele Techniken autodidaktisch bei“, so die Künstlerin. Später besuchte sie zahlreiche Kunst-Kurse und ist von Porträts über Tiermalerei bis hin zu Akt und Landschaften interessiert. „In meiner inneren Welt, wo Frieden und grenzenloses Glück herrschen, finde ich Erfüllung und Inspiration“, zeigt Zeli auf.
Dobroslawa Robinski „Wenn ich zeichne und male, bin ich glücklich“, sagt die Künstlerin und Architektin. Seit ihrer Kindheit ist Zeichnen und Malen ihre Sprache. Sie beschäftigt sich mit dem Schönen und Erhabenen, aber auch mit Verfall und Verlust. Ihre Aquarelle fangen Licht, Atmosphäre und die Geschichte von Orten ein. Die Arbeiten sind gegenständlich, doch das Besondere entsteht durch das Zusammenspiel von Detail und Reduktion. Im Aquarell hat sie das Medium gefunden, mit dem sie sich intensiv und vertieft auseinandersetzt. Ihre aktuelle Arbeit widmet sich in teils außergewöhnlich großformatigen Aquarellen dem Wasser und dem Fragilen.
Bin Huangs zentrale Themen sind menschliche Emotionen, Identität und ästhetische Kontraste. Der selbstgelehrte Maler kam kam 1989 nach Deutschland, um Maschinenbau zu studieren. Seine Malerei bewegt sich zwischen Abstraktion, Expressionismus sowie Porträts und Figuren. Aus sorgfältigen Studien von Gesichtern und Körpern entwickelte sich ein freierer Umgang mit Form, Farbe und Geste, bei dem die menschliche Gestalt als zentraler Anker erhalten bleibt. In den abstrakten Arbeiten setzt er auf kräftige Formen, klare Linien und tiefe Schichten. Ölfarbe ermöglicht weiche, reichhaltige Übergänge, während Acryl schnelle, energiegeladene Gesten und leuchtende Kontraste unterstützt. Durch Farbe, Textur und Bewegung möchte er den Betrachter die innere Welt spüren lassen: Freude in Gegensätzen, Frieden im Kampf und die Kraft menschlicher Verbindung.
Alle danken dem Kunstverein Familie Montez für die Chance, samstags dort malen können – inspiriert von Bildern wechselnder Ausstellungen in den Räumen. „Wir danken auch, dass wir als Gruppe bei Montez ausstellen dürfen“, spricht Ruth für alle.
Detailliertere Angaben der Teilnehmer:innen finden sich hier: https://kvfm.de/malgruppe-montez/

