22.10.26 – 22.11.296 | Vernissage 18:00 Uhr
Delaram Homayoun Geboren 1980 in Shahrekord (Iran), wuchs ich in Isfahan auf. Die kulturelle Prägung dieser traditionsreichen Stadt – ihre Poesie, Architektur, Farbigkeit und ornamentale Bildwelt bildet bis heute einen wesentlichen Resonanzraum meiner künstlerischen Arbeit. Meine Malerei entsteht im Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident.
Sie verbindet die ästhetischen Traditionen meiner iranischen Herkunft mit den Erfahrungen und Bildvorstellungen der westlichen Moderne. Aus dieser bikulturellen Perspektive entwickelt sich eine vielschichtige Bildsprache, in der Fragen nach Identität, Zugehörigkeit,
Erinnerung und Veränderung miteinander in Beziehung treten. Geometrische Strukturen, leuchtende Farbflächen und transparente Schichtungen bilden die zentralen Elemente meiner Arbeiten. Farbe ist dabei nicht nur formales Mittel, sondern Träger von Stimmung, Energie und Bedeutung. Die einzelnen Formen behaupten ihre Eigenständigkeit und treten zugleich in einen visuellen Dialog miteinander. So entstehen Bildräume, die zwischen Ordnung und Offenheit, Abstraktion und Assoziation changieren. Auch die Materialität ist für meine Arbeit von wesentlicher Bedeutung. Ich arbeite mit traditionellen Techniken, natürlichen Pigmenten, Ei-Tempera und gemagerten Ölfarben in Lasurtechnik. Durch den schichtweisen Farbauftrag entstehen Tiefe, Transparenz und eine besondere Leuchtkraft.
Mein künstlerischer Weg begann 1998 an privaten Kunstschulen. Von 2004 bis 2011 leitete
ich die Kunstschule *Aram* in Isfahan. 2015 setzte ich meine Ausbildung an der Wiesbadener Freien Kunstschule fort, wo ich 2020 meinen Abschluss in Moderner Kunst erlangte. Seit 2016 bin ich dort als Dozentin tätig. 2022 eröffnete ich mein eigenes Atelier in Wiesbaden.
Künstlerisches Statement
Im Zentrum meiner Arbeit stehen Identität, Wahrnehmung und Transformation. Transparente Farbschichten, geometrische Formen und rhythmische Strukturen verdichten sich zu Bildräumen, die keine eindeutigen Orte darstellen, sondern Möglichkeiten eröffnen. Die Formen können als Sinnbilder individueller Identitäten verstanden werden. Sie begegnen einander, überschneiden und durchdringen sich, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Transparenz wird dabei zum bildnerischen Prinzip für Offenheit, Austausch und Vielfalt. Meine Werkreihe Utopia begreift Zukunft nicht als festgelegten Ideal zustand, sondern als offenen Möglichkeitsraum. Architektonische und urbane Strukturen erscheinen als Schwellen zwischen Gegenwart und Vision. Farbe, Licht und Raum erzeugen Bewegung und Spannung und lassen eine Welt entstehen, in der Hoffnung und Gefährdung, Dystopie und Utopie zugleich
gegenwärtig sind. Meine Arbeiten verstehen diese Grenze nicht als festgeschrieben, sondern als gestaltbar.
delaramhomayouni@yahoo.com
Instagram: aram_h_art
