21.6.26 | 20:00 Uhr

(Crediti: M.Rusinek)
 
Vor der Sommerpause wird es bunt!
„Wer zum Schluss noch Lachen kann, hat entweder etwas verstanden oder alles verpasst“
 
Geladen ist mein Ensemble von der Akademie für Tonkunst Darmstadt. Gemeinsam werden wir Felix Mendelssohns Oktett für Streicher Es-Dur präsentieren. Dazu ist die Sopranistin Mayumi Nakano zu Gast und entführt uns in die transzendente Welt des Mozart Liedes. Das Schlusswort erhält Beethoven. 

Felix und Wolfgang haben beide eine genialische Kindheit verlebt, die sie unterschiedlich verkraftet haben. Mozart wächst zu einem komplexen Komponisten heran, der die Grenzen seiner Zeit in einem unsichtbaren Machtspiel auslotet. Mendelssohn findet einen Stil, der einen gesellschaftlichen Geschmack trifft und verliert eine gewisse Abgründigkeit. Beide verbindet eine sprudelige Persönlichkeit. Rastlos, manchmal unverbindlich, dann euphorisch inspiriert begeben sich beide in die Isolation der Unverstandenen. Ihnen gegenüber steht der aggressivere Künstlertyp Beethovens, der das Massiv der Totalität vor sich her schiebt: „Künstler sind die wahren Kaiser der Welt“.
Allen spielt ihre Retroperspektive auf den Barock in die Karten. Mozart in seiner verdeckten Polyphonie, Mendelssohn in Strukturen bachscher Orgelwerke und Beethoven mit der Adoption barocker Elemente. Es ist ihr Wissen über den Ursprung ihrer Kunst, die sie so gewaltig abhebt von vielen ihrer Zeitgenossen. 
Das Oktett ist eine Bibliothek der musikalischen Erziehung der Familie Mendelssohn. Bei diesem Frühwerk wird Schwester Fanny ihre Finger mit im Spiel gehabt haben. Mozarts Abendempfindung ist ein Selbstporträt, das ironisch und zugleich tragisch ist. Die Wehmut ist nur uns Zuhörenden eigen, während Mozart die menschliche Enge schon verlassen hat. In dieses Lied strömt die Nacht, in der Beethovens Mondschein geboren wird. Eine unheimlich hypnotische Transformation, in der Beethoven – wie gewohnt – Grenzen versetzt.
 
Felix Mendelssohn (1809 -1847)
Oktett für Streicher Es-Dur op. 20
 
Allegro moderato ma con fuoco
Andante
Scherzo. Allegro leggierissimo
Presto
 
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Lieder für hohe Stimme und Klavier 
 
Das Veilchen KV 476
Allegretto
 
Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte KV 520
Andante
 
Abendempfindung KV 523
Andante
 
Ludwig van Beethoven (1770  – 1827)
Sonate für Klavier Nr. 14 cis-Moll op. 27, Nr.2
Sonate quasi una fantasia „Mondschein“
 
Adagio sostenuto – Allegretto/Trio – Presto agitato
 
Streicherensemble: Schüler, Studenten und Lehrende der Akademie für Tonkunst Darmstadt
Mayumi Nakano – Sopran
Puschan Mousavi Malvani – Violine, Klavier und Moderation
 
Eintritt: 30 Euro / 15 Euro ermäßigt 
Karten an der Abendkasse ab 19.30 Uhr