1.7.2021 -25.7.2021

PALINDROME
NINA HOLLEIN I PHILIPP SCHWEIGER
In der gemeinsamen Ausstellung der Modedesignerin Nina Hollein und des Malers Philipp Schweiger entsteht ein modernes Diorama über die Prägnanz und Transformation einer naturverbundenen Wahrnehmung.
Nina Holleins trag- und wandelbare Entwürfe haben sowohl eine moderne skulpturale Präsenz als auch einen manifesthaften Charakter für ein ökologischeres und ökonomischeres ästhetisches Auftreten: handgefertigte Einzelstücke mit einer starken Haltung zu Individualität und Nachhaltigkeit, zu modischer Aktualität und Innovation.
Philipp Schweigers Gemälde oszillieren zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit und entwickeln einen suggestiven, ästhetischen Wahrnehmungsansatz für die uns unmittelbare Umgebung.
Beide Werkserien – die Bilder von Philipp Schweiger und die “Suit Up” Kollektion von Nina Hollein – entwickeln ein zweiseitiges Schaubild. Im Mittelpunkt steht eine neue Generation von Protagonisten und deren Beschäftigung mit ihrer Umwelt, mit Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und Aufrechterhaltbarkeit.
Nina Hollein und Philipp Schweiger sind Geschwister und wurden 1971 in Wien geboren.

Nina Hollein
ist eine österreichische Modedesignerin und lebt und arbeitet in New York. Nach ihrer Ausbildung zur Architektin an der Technischen Universität Wien arbeitete sie mehrere Jahre in Architekturbüros in New York und Frankfurt. 2008 wechselte Nina Hollein von Architektur zu Mode und gründete als Autodidaktin ihr eigenes Modelabel NINAHOLLEIN. 2009 eröffnete sie zwei Shops sowie einen Onlinevertrieb in
Frankfurt am Main. Den Ausgangspunkt für Nina Holleins erste Modekollektionen bildeten die traditionellen Leinen- und Nutzstoffe aus Webereien ihrer
oberösterreichischen Heimat, die sie mit außergewöhnlichen Entwürfen zu extravaganten Kleidungsstücken verarbeitete. Die Zusammenarbeit mit regionalen Kleinstwebereien und die nachhaltige Produktion in Deutschland waren der Beginn für eine dauerhafte und bewusste Verbindung mit den Prinzipien der Slow Fashion. In ihren aktuellen Kollektionen verarbeitet die Designerin auch Reststoffe und Verschnitte der eigenen Produktion und
integriert das Recycling und Upcycling von Vintagestoffen und markanten Kleidungselementen. Mit ihren vielseitigen, oft wandelbaren Kreationen navigiert sie zwischen praktischer, alltagstauglicher Kleidung und experimenteller Haute Couture. Seit ihrem Umzug in die USA 2016 entstanden in Nina Holleins Atelier neben ihren eigenen Kollektionen zuletzt auch vermehrt Kostüme für Filmprojekte und Bühnenauftritte.

Philipp Schweiger
ist ein österreichischer Künstler. Nach seinem Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg kehrte Philipp Schweiger nach Österreich zurück und arbeitet dort seither in seinen Ateliers in Wien und am Land, an seinem zweiten Wohnsitz in Oberösterreich.
Ausgehend von seinen frühen Skulpturen, Zeichnungen und Collagen wandte sich der Künstler mehr und mehr hin zur Malerei und widmet sich heute vor allem großformatigen Landschaftsbildern — oftmals inspiriert durch seine direkte Umgebung, seien es die umliegende Natur oder die Wälder des oberösterreichischen Mühlviertels, alltägliche Architektur oder Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Methodisch bedeutet das für ihn, den Realismus in Schritten zu reduzieren.
„Die Malerei ist das Medium, das Schweigers Intention am besten entgegenkommt, um jenem mit dem Erinnern verknüpften Schwebezustand Ausdruck zu verleihen, der zwischen Wiedererkennen und Verwerfung, zwischen Erhellung und Verdunkelung fluktuiert….“ (aus „Philipp Schweiger — Weiße Finsternis“ von Silvia Eiblmayr)